Kein Rennen hat Max Walscheid durch seine Profi-Karriere so konstant begleitet wie der Sparkassen Münsterland Giro. Am 3. Oktober steht er zum 13. Mal in der Startliste des Herbstklassikers – und zum letzten Mal. Mit dem Zieleinlauf in Münster endet für den 33-Jährigen nicht nur ein Rennen, sondern auch seine Karriere als Radprofi.

Es ist ein Abschied an einem Ort, mit dem Walscheid viele besondere Erinnerungen verbindet. Seit seinem ersten Profijahr gehörte der 3. Oktober fest zu seinem Rennkalender. Nur einmal musste er passen: 2021, als der internationale Radsportkalender durcheinandergeraten war und ausgerechnet Paris-Roubaix am selben Tag wie der Münsterland Giro stattfand.
Wenn nicht gerade das Kopfsteinpflaster in Nordfrankreich ruft, ist die Reise ins Münsterland Ehrensache. Und so ist der Sparkassen Münsterland Giro von allen Radrennen der Welt das Rennen, das Max Walscheid am häufigsten bestritten hat.
Vom Helfer zum Sieger

Schon 2016, in seinem ersten Jahr als Profi, spielte Walscheid in Münster eine wichtige Rolle. Damals verhalf er John Degenkolb zum Sieg.

Nur zwei Jahre später durfte er selbst die Arme in die Höhe reißen. 2018 gewann Walscheid den Sparkassen Münsterland Giro – und was für ein Sieg es war: Im Sprint ließ er John Degenkolb, Nils Politt, André Greipel und Pascal Ackermann hinter sich. Eine Reihenfolge, die sich wie ein who’s who des deutschen Radsports liest.

Vier Jahre später kehrte Walscheid auf das Podium zurück und wurde Dritter. Und auch zuletzt zeigte er, wie gut ihm das Finale in Münster liegt: 2024 fuhr er als Fünfter erneut in die Top Ten.
Münster als Ort großer Abschiede
Mit seinem letzten Rennen beim Sparkassen Münsterland Giro führt Walscheid eine besondere Tradition fort. Immer wieder haben deutsche Radprofis den 3. Oktober und Münster als Bühne für die letzten Kilometer ihrer Karriere gewählt.
2008 verabschiedete sich Erik Zabel in Münster vom Profiradsport, 2016 folgte Fabian Wegmann. 2021 bestritt André Greipel hier sein letztes Rennen. Auch Simon Geschke verabschiedete sich 2024 beim Giro von den deutschen Radsportfans, Michael Schwarzmann im vergangenen Jahr.
Nun reiht sich Max Walscheid in diese Liste ein. Und kaum ein Ort könnte für seinen Abschied passender sein: Schließlich verbindet ihn nicht nur sein größter Erfolg bei diesem Rennen mit Münster, sondern mehr Starts als mit jedem anderen Rennen seiner Karriere.

Ein letztes Mal Richtung Münster
Was am Samstag auf der Ergebnisliste steht, wird diesmal nachrangig sein. Denn wenn Max Walscheid die Ziellinie vor dem Schloss in Münster überquert, endet eine Profi-Karriere dort, wo sie über viele Jahre immer wieder Station gemacht hat.
